Mittwoch, 25. August 2010

Update: De Bach nunner (mit Bilderlich)

Vorgestern fuhren wir mit dem Minibus und seinem Fahrer, dem Eichhoernchenfresser, nach Vang Vieng.
Die Strassen in Laos ueber die Berge sind sehr interessant. Teilweise haben die Schlagloecher noch kleinere Schlagloecher. So, dass unser Kaerchel mehrmals aufsetzte und wir schon befuerchteten, dass wir am Ende noch den Achterbahnzuschlag zahlen muessten. Doch damit fing das Abenteuer erst an. Vang Vieng ist naemlich als Sportlerparadies Suedostasiens bekannt.
Gestern haben wir uns waghalsig dem sog. Tubing gestellt. Dahinter versteckt sich das Befahren eines Flusses mittels aufgeblasener Traktorreifen. Diese Attraktion ist in Backpackerkreisen wohlbekannt und jeder warnte uns vor ihrer Gefaehrlichkeit. Anfaenglich konnten wir dies, gemuetlich auf dem ruhigen Fluss dahintreibend, nicht nachvollziehen. Dies aenderte sich, als wir zu den ersten Attraktionen kamen. Ueberall am Flussufer stehen Schwingseile, Seilrutschen und Todes-Wasserrutschen die den wackeren Sportsmann jeweils aus mehreren Metern Hoehe ins Wasser katapultieren. Wir haben sie natuerlich alle mehrmals ausprobiert. Problematisch ist allerdings der Abrechnungsmodus dieser Fahrgeschaefte. Im O-Ton: "Buy a drink, before you swing". Aufgrund dessen und der zuegellosen Sauferrei mancher Zeitgenossen kommt es deshalb gelegentlich zu Unfaellen. Uns, als den braevsten Buben von ganz Asien, konnte natuerlich nichts passieren.
Der heutige Tag begeistert uns seit den spaeten Nachtstunden mit einer sehr interessanten Vorfuehrung dessen, was Monsun wirklich bedeutet. Von daher mussten wir erstmals unsere Regenjacke aus den tiefen der Rucksaecke hervorholen. Normalerweise regnet es hier naemlich nur kurz, und nach ebensokurzer Zeit ist man ohnehin wieder trocken.
Heut allerdings schifft es bereits den ganzen Tag so, dass die Strassen Baechen gleichen. Schweren Herzens entschlossen wir uns deshalb, unsere Radtour auf den naechsten Tag zu verlegen. Vielleicht finden wir ja ein trockenes Taettowierstudio...
Doch vorher noch ein wenig Ethnologie. In ganz Asien findet sich naemlich eine besondere Spezies; der Klischeebackpackerkaschber. 


Kurz KK genannt. Er zeichnet sich durch das Tragen aermelloser Vollkornklamotten, entweder gebatikt oder aus naturbelassener Baumwolle in poppigen Farben zwischen Schlammgruen und Kackbraun aus. Die hageren Beinen stecken zumeist in ballongleichen MC Hammer-Hosen, farblich auf o.g. Gewand und die 20 verranzten Stoffarmbaender aus original eingeborenem Handel und chinesischer Produktion abgestimmt. Da dies fuer den typischen KK noch nicht haesslich genug ist, werden die Haare verfilzt und zu hohen Tuermen aufgeschichtet. Profis des Faches garnieren diese optische Kakophonie noch mit kitschigen Ethnotaettowierungen. Die verhornten Fuessen stecken, wenn ueberhaupt, in angegrauten Flip-Flops, die den KK schon von weitem hoerbar machen. Ein Alptraum ist es, wenn derartige Kaschber, das Reisevehikel mit einem teilen. Peter und Christian zogen es deshalb vor, ca. eine Stunde nur ueber die deutschen Koestlichkeiten zu reden, die sie nach ihrer Heimkehr zu verspeisen gedenken. An die Muetter: Eure Buben sind schon fast verhungert und ganz mager!


Sonntag, 22. August 2010

Ole Rot-Weiss

Nun haben wir es also geschafft. Thailand liegt hinter uns wir befinden uns seit ein paar Tagen im freundlichen Laos. Die kurze Zeit hier hat uns bereits ziemlich gepraegt.


Die Ueberfahrt von Chiang Kong ueber den Mekong nach Laos verlief am anfang recht problemlos. Er als unser Faehrkapitaen, trotz bewaehrter und ausgereifter Technologie, Probleme mit dem Motor und der Schraube bekam wurde es kritsch und wir trieben ab. Jedoch gibt es in Laos keine Probleme die nicht schnellstmoeglichst geloest werden koennen. Kurzerhand kam ein anderes Boot seitwaerts. Alle Mitreisenden auf der linken Seite mussten sich also an dem Boot festhalten, dass wir abgeschleppt werden konnten. Merke: zur Mekong-Ueberfahrt nur Boote mit thailaendischer Flagge nehmen.


Nach dieser interessanten Ueberfahrt wechselten wir das Mekongvehikel und begaben uns auf ein sog. Slowboat.


Die Ueberfahrt dauerte 2 Tage. Station gemacht haben wir im sehr authentischen Pak Beng.
und Endstation war die alte Koenigsstadt Luang Prabang. In diesem Land scheint die Zeit stillzustehen. Franzoesische Kolonialarchitektur und Kueche, kaum Autos und sogar weniger und aeltere Roller als im Rest Asiens. Und oftmal werden diese Gefaerhte nur von Bindfaden und Spucke zusammengehalten. Nur Handies sind allgegenwaertig.

Und die Kueche ist sehr gut und extrem guenstig. Das beste aus Europaeischer und Asiatischer Kueche kommt hier zusammen. Heute morgen allerdings goennten wir uns eine Abwechslung von der ewigen Reisdiaet, wir hatten naemlich was vor. 400 Stufen des Tempelberges und danach eine kleine Radpartie. Da braucht man natuerlich ein gescheites Fruehstueck.
Zumal die raudigen Schandgefaehrte von Fahrraedern, die wir uns hatten andrehen lassen, ueber keinerlei Gangschaltung verfuegten. Dafuer konnten diese Gaylocipeds mit Bremsen aufwarten die im Zusammenspiel Verzoegerungswerte wie ein Ozeandampfer erreichten. Vom Schwerpunkt gar nicht zu sprechen. Abbruch hat das dem Vergnuegen dennoch nicht getan, unsere Tour fuehrte uns an den Flughafen, durch die ganze Stadt, urige Doerfer und den obligatorischen Wasserfall im Dschungel.


Morgen gehts wohl ab in den Sueden ins Sportlerparadies Vang Vieng. Aber zuvor noch ein paar Enthuellungen, die wir Euch nicht vorenthalten wollten.

1.) Die Taetowierungen sind nicht echt. Haben wir auch gar nicht noetig.
2.) Wir waren nicht die ersten Houschder in Chiang Mai. Einer hat sogar richtig Eindruck hinterlassen. Gruss an'd Waltraud un de Vadder!
3.) Wir sind zu gross fuer diese Gegend
4.) Die Essenportionen in dieser Gegend sind zu klein fuer uns.
5.) Die Laoten machen die beste franzoesische Zwiebelsuppe der Welt. Sorry, Michel. Verzehls kaem in Zaeskaem!

Montag, 16. August 2010

Expedition ins Tierreich

Zurueck in der Zivilisation. Und wir haben tatsaechlich mit den Tigern gekuschelt.




Doch auch in freier Wildbahn sind die Viecher, laut Auskunft unseres Dschungelfuehrers, fuer Menschen weniger gefaehrlich, da sie menschenscheu sind. Gefaehrlicher sind dagegen wilde Bueffel, Eber und Schlangen.
Wir haben allerdings hauptsaechlich essbares Getier gefunden.

So haben wir Flusskrebse und Miniwelse unterm Wasserfall herausgeangelt und direkt auf den Grill gelegt. Vorzueglich!
Die eingeborenen Karen, siehe Bild, kennen allerhand essbares im Dschungel und koennen ohne weiteres laenger Zeit in ihm ueberleben. In einem Dorf dieses Stammes haben wir eine Nacht verbracht und auf recht unbequemen Holzplanken geschlafen. Allerdings war es faszinierend zu sehen wie die Leute hier ohne Strom und mit kaum Technik leben. Ueberall sind Tiere und fast alles ist direkt aus der Umgebung hergestellt. Die naechste Nacht haben wir direkt neben einem Wasserfall mitten im Dschungel geschlafen.
Der Dschungel ist also keinesfalls die lebensfeindliche gruene Hoelle, als die er oft dargestellt wird. Streckenweise erinnert er tatsaechlich oft an de guude paelzer Wald. Zwar gibt es auch hier undurchdringliches Dickicht, aber auch im houschder Wald gibts Brombeerhecken und Gestruepp. Eine interessanter Untschied ist aber: Keine Angst vor Feuchtigkeit, wie etwa bei einer Wanderung im windigen Hochgebirge. Der Dschungel nennt sich nicht umsonst auch Regenwald. Es ist ueberhaupt kein Problem nass zu werden, weil man innerhalb von wenigen Minuten wieder trocknet. Auch Nachts wird es nicht unter 15 Grad kalt und das auf etwa 1000 Meter Hoehe. Aber wehe man muss nachts mal kurz vors Lager, pinkeln. Es kreucht und fleucht und raschelt ueberall.
Man muss aber dazu sagen, dass die Fauna in unserem Teil recht friedlich war. Es gibt auch Gebiete die von deutlich mehr giftigem und aggressivem Getier bevoelkert werden. Hat unser Dschungelfuehrer Jeep erzaehlt.
Die Fuehrer waren allgemein sehr gut und haben uns eine Menge gezeigt und beigebracht. Unter anderem die Herstellung von Essstaebchen aus Bambus. Abgeschlossen haben wir die Tour mit einem Ritt auf Elefanten. Es ist unglaublich, wie diese Ungetueme klettern koennen.

Ausserdem sind sie staendig am Fressen. Und kacken.
Nach all der Exotik und der kargen Dschungelkost war es dann Zeit fuer eine Belohnung. Gluecklicherweise serviert das Hofbrauhaus in Chiang Mai Waezebier der Marke Erdinger vom Fass.


Zum Abschluss noch ein paar Bilder:




Der kleine Buddha auf dem oberen Bild war unser Fuehrer durch den Dschungel, Jeep