Die letzten Tage haben wir in Hoi An verbracht. Diese historische Hafenstadt am gelben Meer verfuegt ueber zahlreiche Hinterlassenschaften der frueher hier ansaessigen Vietnamesischen, Chinesischen und Japanischen Haendler. Ausserdem einen schoenen Strand an dem zwei Buben sich hervorragend von gefaehrlichen Klettertouren erholen koennen.
Aber wir haben nicht nur gefaulenzt, sondern uns weiter mit der nicht mehr ganz so fremden Kultur vertraut gemacht. Da Vietnamesen im Strassenverkehr unablaessig hupen, haben wir die ganzen 5 KM zum Strand und zurueck unsere Fahrradklingeln betaetigt. Unser einfuehlsames Verhalten war derart erfolgreich, dass uns die folgenden netten Damen an der Hotelrezeption einen tatsaechlich ernstgemeinten Heiratsantrag gemacht haben!
Bei der Erwaehnung dieses garstigen Wortest haben wir natuerlich Hals ueber Kopf die Flucht ergriffen. Ob wir mit unserer neuen Bleibe, mit Doppelbett, aber wirklich soviel gewonnen haben, bleibt dahingestellt.
Inzwischen sind wir in Da Nang gelandet. Nachdem wir mehr als die Haelfte unserer Reise hinter uns haben, ist es an der Zeit fuer ein kleines Resuemee. Folgende wertvolle Erkenntnisse konnten wir gewinnen:
- Asiaten ernaehren sich von Reis und Radau.Vietnamesen essen ersteren sogar ohne Sauce! Das muss man sich mal vorstellen!
- In ganz Suedoestasien finden sich verwandte Spezies:
- Der bereits bekannte Klischeekaschber. Das Verbreitungsgebiet des KK erstreckt sich von Kueste zu Kueste. Leichte Variationen der Vollkorngewandung konnten beobachtet werden.
- Im Alter von ca. 40 Jahren hat die Haarpracht ihren hoechsten Verfilzungsgrad erreicht und der KK verpuppt sich darin, um die Metamorphose zur Rechebochestrumbel einzuleiten.
- Es gibt auch endemische Strumbelspezies, die Pyjamastrumbel. Diese zeichnet sich durch das tragen ihres charakteristischen Strumbelanzugs in der Oeffentlichkeit aus.
- Weiterhin wird speziell Vietnam von Generaelen und Terroristen bevoelkert.
Menschliche Arbeitskraft ist in Asien generell sehr guenstig. Auf einer Grossbaustelle in Laos sahen wir beispielsweise 30 Mann die mit einer Eimerkette Beton in die oberen Stockwerke befoerderten. Fundamente werden per Hand ausgeschachtet - ausser wenn es regnet, dann ist natuerlich Feiertag. Maschinen sind viel seltenenr im Einsatz als bei uns. Ueberhaupt wird hier an jeder Strassenecke gebaut und gemacht. Ein Grossteil der Bevoelkerung sitzt allerdings auch nur rum. Es ist unmoeglich durch ein Dorf zu fahren, ohne vor jedem 3. Haus jemand herumsitzen zu sehen. Wir vermuten, dass es sich hierbei um staatlich bezahlte Rumlungeristen handelt. Betritt man ein Hotel oder Geschaeft von der Groesse eines Tante-Emma-Ladens, so findet man meist vier bis sechs "Mitarbeiter" beim Kartenspielen, Fernsehen oder Schlafen vor. Wovon einer aufspringt und sich nach den Wuenschen des Gastes erkundigt. Fuer einen auf Effizienz geeichten Europaer wirkt das sehr befremdlich.- Willy Wonka ist ein Arschloch!
Asiaten moegen es bunt. Und glitzernd. Am liebsten noch mit einer synthetischen Melodie im Hintergrund aus autobatteriebetriebenen Lautsprechern. Bruecken werden in intervallartig wechselnden Farben angestrahlt, Autos und Roller mit bunten LEDs verschoenert, Busse, Ampeln und Automaten dudeln, in Aktion gesetzt, Melodien und der Blinkvorgang wird mit Gepiepse untermalt.
Deshalb fuehlt die Regenbogenstrumbel sich hier vermutlich auch so wohl. Doch auch fuer unseren Alex waere natuerlich etwas schoenes mit dabei.
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